Inside IONOS

Transkript

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00:00:06: Hallo und herzlich willkommen zu einer etwas anderen Folge vom Inside IONOS.

00:00:09: Und zwar live vom Summit in Berlin!

00:00:11: Mein Name ist Karen Gräper, bei mir ist Florian Oelmaier.

00:00:14: Er ist CTO von IS4IT und beschäftigt sich seit Jahren damit, wie man Unternehmen gegen Angreifer verteidigt, die sich ständig verändern – und er weiß, dass Unternehmen bei der IT-Sicherheit vom Schach lernen können.

00:00:25: Wie das geht, erzählt er mir jetzt. Hallo Florian, schön, dass du da bist.

00:00:28: Du

00:00:28: hast ja im Vortrag die Parallelen gezogen zwischen IT Sicherheit und Schach Und hast auch gesagt, dass man von Schach sehr viel lernen kann und ihr habt eine Schach-KI Trainingsplattform entwickelt.

00:00:40: die in einem Hoch-Sicherheitsrechenzentrum in Deutschland gehostet wird.

00:00:44: Warum braucht man diese Hochsicherheitsanforderung beim Schach?

00:00:47: Fangen wir da mal von vorne an!

00:00:49: Roman Vidonyak, der Trainer vom Javokhir Sindarov, dem aktuellen Shooting Star in der Schachszene, ist auf mich zugekommen, weil er Großmeister trainiert. Und im Schach ist es so, dass in etwa zehn Leute wirklich gut Geld verdienen und danach ist kein Geld mehr zu verdienen.

00:01:05: Gleichzeitig haben bestimmte Länder unter anderem Russland sehr viel Interesse daran, aus Reputationssicht gute Schachspieler hervorzubringen.

00:01:15: Das heißt, der Gewinn von so einem hochrangigen Schachturnier, wo zum Beispiel jetzt wie in Zypern Anfang des Jahres die acht besten Schachspieler der Welt gegeneinander spielen,

00:01:25: um

00:01:26: herauszufinden wer den Weltmeister herausfordern darf da bereiten sich die lange drauf vor, die kennen ihre Gegner, sie bereiten auf dem Gegner vor Und da gibt es durchaus Geheimdienste, die Interesse haben diese Vorbereitung zu beobachten und ihren Spielern Tipps zu geben.

00:01:43: Der Trainer von Herrn Sindarov, Herr Vidonyak, ist Ukrainer und hatte das klassische Training auf den öffentlichen Schachplattformen.

00:01:53: Er wird beobachtet, er wird gekauft.

00:01:55: Da kannst du nicht privat trainieren!

00:01:59: und dementsprechend hat er eine Lösung gebraucht, die hoch sicher ist.

00:02:03: Und genau da sind wir dann bei IONOS gelandet.

00:02:05: Darf ich fragen wie ihr überhaupt zueinander gefunden habt?

00:02:09: Also seid ihr beide Schach-Fans.

00:02:10: bist du auch Schachfan und Schachspieler?

00:02:12: Nein ich spiele Schach aber ich bin wahrscheinlich der schlechteste Schachspieler auf der Welt.

00:02:17: Du hast mich noch nicht schachspielen

00:02:18: gesehen?!

00:02:18: Okay nein mein Sohn ist ambitionärter Schachsspieler und ich habe für den ein Weihnachtsgeschenk gesucht.

00:02:25: Und dann habe ich mir gedacht, ich schau halt mal, wer in München so ein bekannter Schachtrainer ist, und hab dann eine Mail losgeschickt an einen Herrn Vidonyak, Cheftrainer vom FC Bayern München im Schach.

00:02:36: Und da hab ich mir gedacht, der wartet ganz quasi auf meine Mail.

00:02:39: Ein Münchner Vater, der sagt, sein Sohn ist gut im Schach und ist das nächste Wunderkind und braucht Training.

00:02:46: Da hab ich also gleich dazu geschrieben, dass mein Sohn Jugendtrainer bei uns im Ort ist und dass der schon studiert.

00:02:52: Und das ist also jetzt nicht – ich hab versucht, das ein bisschen abzumildern –, habe aber natürlich eine Antwort bekommen von Herrn Vidonyak, dass er so was nicht macht.

00:02:59: Aber als er meine Vita gesehen hat, hat er sich gedacht vielleicht gibt es was wo ich ihm helfen kann?

00:03:04: Und dann habe ich zurückgeschrieben: Quid pro quo bin ich immer zu haben. Dann haben mein Sohn, der auch Informatik studiert, und ich gemeinsam diese sichere Schachplattform entwickelt.

00:03:15: Und ich hatte ein gutes Weihnachtsgeschenk für meinen Sohn.

00:03:18: Zwei Fliegen mit einer Klappe!

00:03:19: Und das, was eigentlich das Interessante war – dazu kommen wir jetzt dann sicherlich gleich noch –: Der Roman Vidonyak ist, typisch wie ein Schachspieler, ein sehr systematischer Denker und hat viel darüber nachgedacht, nicht wie man gut Schach spielt, sondern wie man einen guten Schachspieler so vorbereitet, dass er gegen unbekannte Gegner in einer aktuellen Situation Bestand haben kann.

00:03:48: Also es kommt ein anderer Top-Spieler kommt ans Brett.

00:03:53: Also, es kommt ein anderer Top-Spieler ans Brett. Wie schaffst du's, dass der, den du trainiert hast, jetzt topfit ist und es schafft, den anderen, der auch gut ist, zu besiegen?

00:04:03: Da bin ich mit ihm ins Gespräch gekommen, dass Cybersecurity in unseren Fällen – wir sind eine Einsatztruppe gegen Ransomware-Fälle.

00:04:11: Also wir werden immer dann gerufen, wenn es passiert ist, dass das eigentlich bei uns genau das Gleiche ist.

00:04:15: Und wir kommen da auch hin, und dann hast du eine Ransomware-Gruppe, die offensichtlich durch die Verteidigung durchgekommen ist, und jetzt gilt es, in dieser Krisensituation zu bestehen.

00:04:24: Und wie bringt man Leuten bei, dass sie auf so eine Situation gut vorbereitet sind hat sehr viele Parallelen nicht mehr im Schachspiel mit dem einen Spiel sondern mit der Vorbereitung eines Top-Schachspielers auf ein Turnier.

00:04:39: Und genau die Parallelen haben wir dann ein bisschen rausgearbeitet.

00:04:42: Ich

00:04:42: Ich würde gern noch mal in diese Parallele eintauchen. Also, das, was ich in deinem Vortrag noch gehört habe – das war relativ zum Schluss –, da hast du, glaube ich, so was gesagt wie: Es geht darum, auf die Intuition zu hören. Und das kann die Intuition sein für eine richtige Entscheidung oder auch für eine falsche Entscheidung.

00:05:00: Aber das Entscheidendere ist eigentlich, dass man die Intuition hat, weil man dadurch eine Art von Verhalten an den Tag legt, die einem in der Situation hilft.

00:05:09: Ich hab das wahrscheinlich ein bisschen durcheinandergebracht, aber deine Chance, das richtigzustellen.

00:05:14: Also, das Spannende: Roman war – Intuition betrachten wir eigentlich immer als was Gutes, und der Roman sieht das anders. In seinem Bild, wenn er Schachspieler trainiert: Wenn die nachdenken können, dann brauchen sie keine Intuition.

00:05:30: Dann können sich überlegen was ist das Richtige?

00:05:33: Wenn sie unter Zeitdruck Entscheidungen treffen müssen, dann brauchst du die Intuition. Und das Schwierige an der Intuition ist, ob sie richtig ist oder falsch.

00:05:44: Weißt du nicht?

00:05:45: Du wirst sie immer selbstsicher vertreten, und die Intuition ist entstanden durch das, was du gelernt hast.

00:05:51: Und jetzt rauszukriegen!

00:05:53: Ob das, was du gelernt hast, was jetzt deine Intuition in so einem Fall ist,

00:05:58: Ob das das Richtige ist oder das Falsche da verwendet er in seinem Training Zeit drauf um das rauszukriegen und das zu korrigieren.

00:06:06: Das heißt, er verwendet aktiv Zeit drauf die Intuition seiner Schützlinge in eine Richtung zu bringen, wenn sie dann unter Zeitdruck entscheiden müssen, in die richtige Richtung geht.

00:06:18: Und das tun wir glaube ich zu wenig.

00:06:21: Dieses Intuition ist für uns was, das kommt dann schon und es wird dann schon richtig sein.

00:06:25: aber damals drüber nachzudenken... welche Fehlhandlungen mache ich unter Zeitdruck und wie könnte ich die korrigieren?

00:06:32: Da, glaube ich ist für die Cybersecurity ein großes Learning drin.

00:06:35: Also

00:06:35: das sagtest du ja auch gerade dass es eigentlich eher dann ja oder ihr ja auch oft in Spiel kommt.

00:06:40: ne wenn's eigentlich schon passiert ist und das heißt dann würde ich mir die Intuitionen oder dieses Training so ein bisschen vorstellen wie eine Art Rettungsschirm für den Notfall also wenn nicht eben nicht die Zeit habe zu denken und mich vorzubereiten sondern wenn ich sofort reagieren muss.

00:06:55: Genau, und da glaube ich, ist es nicht nur der Zeitdruck des Dinges, sondern auch – ich sag mal – der emotionale Turmoil.

00:07:02: Also, wenn du emotional reagierst: Ich meine, du kommst als Mittelständler, wenn du so einen Ransomware-Vorfall hast.

00:07:08: Du wirst angerufen, deine Firma steht, alles ist kaputt. Der Inhaber kommt, sein Lebenswerk, das er aufgebaut hat, ist kaputt.

00:07:14: Er versteht überhaupt nicht, wie jemand so was tun konnte.

00:07:18: Wir nennen das bei uns im Krisenmanagement den Headless-Chicken-Mode.

00:07:22: Da rennen alle rum und genau das in richtige Bahnen lenken ist natürlich dann die Kunst um das vorzubereiten.

00:07:29: Da machen wir Übungen und so, dass die Leute nicht so überrascht sind, dass sie sagen, das hatte ich ja schon in der Übung. Aber dass man ganz konkret auf diese Intuition abstellt, das war neu und ein spannender Gedanke. Hab ich gern mitgenommen.

00:07:42: Und was bedeutet das dann eigentlich wirklich, sich auf einen Denken den Gegner vorzubereiten, den man noch gar nicht kennt?

00:07:47: Genau!

00:07:48: Das ist ja gleich das nächste.

00:07:49: auch des hat mir der Roman da ein Stück weit um die Ohren gehauen.

00:07:54: Was wir in der Cybersecurity liebend gerne tun?

00:07:57: Wir kaufen Lösungen.

00:07:59: Wir kaufen uns einen Pentest, aber wir begleiten den nicht und lernen nicht daraus, wie dringt der ein?

00:08:05: Und sparen nicht mit dem.

00:08:07: Sondern wir kaufen einen Pentest, der liefert uns den Bericht, den heften wir ab.

00:08:10: Wir kaufen ein Software-Tool und dann wird das schon gut sein.

00:08:14: Der Roman hat mir vorgeworfen, dass das, so wie ich ihm die Cybersecurity beschreibe, ich ihm ein Ausrüstungsproblem beschreibe: Kauf ein besseres Schachbrett, kauf bessere Figuren.

00:08:26: Aber es ist kein Ausrüstungsproblem, es ist ein Trainingsproblem.

00:08:30: Und er hat das, was er mitgegeben hat ist wir müssen viel mehr üben.

00:08:38: In seiner Welt.

00:08:39: natürlich musst du die Strategien kennen aber ohne Übung ist es nichts wert.

00:08:45: Seine Aussage war: Wer viele falsche Übungen macht, kriegt achtzig Prozent der Leistungsfähigkeit.

00:08:50: Wer lauter richtige Übung macht hundert Prozent.

00:08:52: Wer keine Übunge macht zehn Prozent.

00:08:55: Das heißt, lieber machst du falsche Übungen. Jetzt, diese Woche, sofort – nicht ein Übungskonzept entwickeln, nicht irgendeine Reifegradbewertung bauen oder sonst was. Üben.

00:09:09: Jetzt!

00:09:10: Und es kann gar nicht die falsche Übung sein.

00:09:14: Die Aussage war: üben, üben. Der Roman ist ein sehr schulmeisterlicher Trainer.

00:09:20: Aber ich glaube er hat da einen Punkt auch für die Cybersecurity.

00:09:23: Wenn

00:09:24: du jetzt aus deiner Erfahrung heraus in der Zusammenarbeit mit Unternehmen das beurteilen würdest wie viele Unternehmen üben denn schon genug?

00:09:32: Jetzt üben wir als Krisenorganisation sehr häufig.

00:09:36: Wir sind ja auch in den Fällen. Das ist ja auch am Schluss der Grund, warum wir da reinkommen, weil wir das häufiger machen und das für uns ein eingeübter Prozess ist.

00:09:45: Ich bin von dem Gespräch heimgekommen und wir haben einen Übungsplan aufgestellt für uns.

00:09:50: Und von unseren Kunden will ich da gar nicht reden. In der Cybersecurity gibt es kein Unternehmen, das ich kenne, wo ich sagen würde, die üben mal genug.

00:09:59: Ja weil man schiebt das immer so weg ne?

00:10:00: Man denkt man hat sich doch darauf theoretisch vorbereitet wie du sagst das Notfallbuch liegt in der Schublade.

00:10:04: Da kann ich ja nachschlagen, wenn's passiert. Aber dass der Modus dann eben das Headless-Chicken-Syndrom fördert und man eben nicht durch das Üben eine Art Routine entwickelt im Umgang mit solchen Situationen.

00:10:15: Das ist, glaube ich der entscheidende Fehler, den viele machen.

00:10:17: Wir vergleichen uns ja gern, vor allem in der Cybersecurity, mit der Feuerwehr. Und ich hab das letzte Mal auf einer Party erzählt, da war einer von der Flughafenfeuerwehr München da, und der hat mich auch fast ausgelacht.

00:10:28: Ich meine, die haben faktisch nie ein brennendes Flugzeug, und die üben wöchentlich verschiedene Szenarien, wo was brennt. Die haben so ein Demoflugzeug da, wo sie an einer Tür irgendwas anzünden.

00:10:42: Die sind nur am Üben!

00:10:44: Da haben wir gedacht: Und was tun wir eigentlich?

00:10:46: Nein, also Üben, glaube ich, ist eine kräftig unterschätzte Disziplin in der Cybersecurity.

00:10:51: Und jetzt haben wir ja noch die... zusätzliche Herausforderungen oder Chancen, je nachdem von welcher Seite der Medaille man das betrachtet.

00:10:58: Ich sage jetzt mal KI.

00:11:00: Du bist ja auch darauf eingegangen, und die KI übernimmt oftmals eine Rolle, die nicht immer zu kontrollieren ist oder die auch denken kann.

00:11:10: Wie wirkt sich dieser zusätzlichen Faktor auf das Thema IT-Sicherheit aus?

00:11:15: Und wie ist da die Verbindung zum Schach?

00:11:19: Es war eigentlich sogar der erste Punkt, den ich mit dem Roman angesprochen habe.

00:11:22: Weil die Frage in der Schachwelt ist natürlich KI groß.

00:11:27: Die besten menschlichen Schachspieler schaffen so eine Schachwertungsziffer, diese Elo, von über 2800 – der Magnus Carlsen ist da –, und die besten Computer haben 3500, 3600, 3700, schlagen also jeden Menschen.

00:11:46: Es gab mal im Schach eine Zeit, wo man versucht hat, dass eine vom Menschen gesteuerte Intelligenz gegen eine andere, von einem anderen Menschen gesteuerte Intelligenz spielt.

00:11:58: das hat man aber nie weiter verfolgt.

00:12:00: das heißt so direkt kann man da vom Schach nichts draus lernen.

00:12:02: was aber natürlich sehr gut zu lernen ist das was du schaffen musst ist dass du die KI im Training einsetzt.

00:12:12: die Quintessenz aus dem Gespräch war.

00:12:15: Wer KI für sich denken lässt, verlernt das Denken.

00:12:18: Wer sich von KI fordern lässt, denkt schärfer als je zuvor. Und genau das machen auch die Schachspieler.

00:12:24: Die wissen, sie verlieren gegen die KI, aber im Training nehmen die KI-Methoden und sämtliches Computertraining her, um Züge zu verstehen, um sich selber zu fordern.

00:12:36: Um sich selber stärker zu machen.

00:12:38: und ich glaube das ist auch das Thema Und da muss man jetzt vielleicht noch einen Einwurf machen.

00:12:43: Der kommt jetzt nicht direkt aus der Gegend.

00:12:46: Es geht immer wieder durch die Presse.

00:12:47: Die KI hat das angegriffen, die KI hat das angegriffen. Die KI hat gar nichts angegriffen.

00:12:53: OpenAI hat die UN angegriffen, OpenAI hat Hugging Face angegriffen.

00:12:57: Und in Wirklichkeit war es auch dort ein Mitarbeiter, der diesen Prompt gegeben hat, der die KI nicht kontrolliert hat. Die Verantwortung hat ein Mensch. Und das ist derzeit mein größtes Thema, dass ich mich unglaublich dagegen wehre, dass wir medial versuchen, diese Verantwortung an die KI zu schieben.

00:13:17: Ja, das war die KI.

00:13:18: da kann man jetzt nichts machen!

00:13:19: Wenn wir aufhören, als Menschen die Verantwortung für die Handlungen unseres Werkzeugs KI zu übernehmen, enden wir als Haustiere der KI in irgendeinem Zoo.

00:13:30: Wir sind verantwortlich als Menschen. Und ja, wenn eine Firma ihre KI beim Training nicht unter Kontrolle hat, dann weiß ich, wer verantwortlich ist, und es ist nicht die KI.

00:13:39: Und genau da, glaube ich, spielt das mit rein: eine KI her, um dich zu fordern, um dich weiterzuentwickeln.

00:13:48: Aber KI macht nicht deine Arbeit, sondern sie hilft dir, dass du besser wirst in der Verantwortung, die du hast.

00:13:55: Und wie nutzt ihr das dann um Unternehmen zu unterstützen?

00:13:59: Weil, ich mein, KI macht ja auch schon durchaus Angriffe – schneller, billiger, skalierbarer. Das ist ja auch was, worauf sich Unternehmen vorbereiten müssen.

00:14:08: Da, glaube ich, braucht es wenig.

00:14:10: Ein Beispiel: Klar ist, es gibt dieses Humanity's Last Exam.

00:14:14: Das ist einer der großen KI-Benchmarks.

00:14:17: Dort haben achthundert Professoren zweitausendfünfhundert Fragen zusammengestellt, die das Ende des menschlichen Wissens markieren, also die größten und kompliziertesten Fragen.

00:14:28: auf der Webseite von diesem Benchmark sind zwei Fragen abgebildet.

00:14:32: Die kann man sich anschauen und nicht verstehen.

00:14:34: Da fehlt einem die Frage her.

00:14:36: Und die KI hat binnen einem Jahr von einer Beantwortungsrate von fünfzehn Prozent – sind sie jetzt bei sechzig Prozent.

00:14:43: Das heißt, die KIs, die wir da einsetzen, die sind klüger als ich, die sind klüger als du und jeder hier in dieser ganzen Halle.

00:14:51: Aber sie haben kein eigenes Interesse, sie werden nur tätig, wenn man was tut.

00:14:58: Und jetzt passiert halt das, was immer passiert.

00:15:00: Wir haben eine neue Technologie und die Menschheit übernimmt alle Anstrengungen sich mit dieser Technologie irgendwie zur Vernichtung zu kriegen.

00:15:07: Das haben wir bisher noch nie geschafft auch mit Atomenergie noch nicht Obwohl wir Bomben in der Atmosphäre gezündet haben, wir haben schon alles probiert aber hat nicht geklappt.

00:15:15: Jetzt probieren wir es mal mit KI.

00:15:16: Ich bin ehrlich gesagt sehr positiv, dass am Schluss es mehr Menschen, mehr gute Menschen gibt, mehr Menschen mit Verantwortungsgefühl als Böse, dass wir das nicht hinkriegen.

00:15:30: Das ändert aber natürlich nichts dran: Wir werden uns verteidigen müssen, und die Aufgabe der Verteidiger wird sein, die KI-Tools härter, besser und schneller einzusetzen als die Angreifer.

00:15:42: Also die mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen?

00:15:44: Naja, du kannst gar nicht anders, weil die KI arbeitet, wie du gesagt hast, so schnell.

00:15:49: wenn ein Angriff in Maschinengeschwindigkeit vorgetragen wird kannst du den nicht in Menschengeschwindigkeit parieren.

00:15:56: Da brauchst du, du bist der der KI sagt Der Angriff kommt gerade.

00:16:00: verteidigt das da sag mir Bescheid.

00:16:03: Wenn es eng wird, dann mach ich das Nächste, dann schick ich die nächste KI los.

00:16:07: Aber wir müssen Die KI verwenden in der Verteidigung.

00:16:10: Jeder, der glaubt er kann mit menschlichen Wissen und Erfahrung die Angriffe von einer KI parieren.

00:16:17: Der wird, glaube ich, in den nächsten Monaten sein blaues Wunder erleben.

00:16:23: Du hattest vorher eben diesen Trainingseffekt beschrieben, den man mit KI im Schach erzielen kann.

00:16:28: Dass man weiß, man wird verlieren, aber man kann sich vorbereiten – ist das genau dann auch dieser Aspekt, den man in der IT-Security dafür einsetzt?

00:16:38: Erstens das. Ich glaube, du musst halt wissen, wie funktioniert die KI.

00:16:42: Der Roman hat gesagt, die KI hat das Schachspiel signifikant verändert.

00:16:48: Früher hat der Großmeister eine Eröffnungsbibliothek über Monate und Jahre immer gespielt.

00:16:53: Heute hat jeder drei oder vier Eröffnungsbibliotheken und kennt Stellungen, die der Computer dann so gespielt hat.

00:16:59: Und die eigentlich ganz gut waren!

00:17:01: Das heißt, die Leute haben neue Dinge gelernt, dadurch dass sie einer Maschine beim Denken zugesehen haben.

00:17:07: Genau das können wir auch tun und müssen wir auch machen.

00:17:11: Und es müssen wir deswegen auch tun weil wir verstehen müssen wie die Maschinen denken.

00:17:15: Weil das ist das, was uns angreift, und das sind auch unsere Partner in der Verteidigung.

00:17:18: Du hattest vorhin schon gesagt, dass der Geheimdienst Gegner von den Großmeistern beobachtet um die auszuspionieren.

00:17:27: Um halt eben zu wissen, was sie vermutlich dann bei der Herausforderung tun werden.

00:17:32: Du hattest ja schon gesagt, ihr seid auf der IONOS-Infrastruktur mit der Trainingsplattform – und warum war es euch denn wichtig, eine souveräne Infrastruktur zu wählen?

00:17:43: Was hätte die naheliegende Alternative anders gemacht?

00:17:46: Ja, also, sind wir ehrlich: ganz am Ende des Tages.

00:17:48: Wenn du auf amerikanische Plattform gehst, dann kannst du dich gegen alle verteidigen und nicht gegen die Amerikaner.

00:17:54: Wenn du auf eine Plattform gehst, die nicht professionell arbeitet, dann bist du offen für Angriffe verschiedenster Natur.

00:18:02: Wenn du auf eine billige Plattform gehst, dann wirst du einen bestochenen Werkstudenten als Gegner haben.

00:18:09: Der Administrator ist bei der Firma.

00:18:11: Das heißt, das, was du brauchst, ist eine stabile Firma, Enterprise Grade, die von Deutschland aus arbeitet.

00:18:21: Eine deutsche Firma mit einem deutschen Rechenzentrum und dann kannst du dich darauf verlassen dass ich sage mal deutsche ethische Standards verwendet werden ja?

00:18:32: Und da gibt es faktisch nicht wirklich viele Alternativen.

00:18:36: Das

00:18:37: freut uns natürlich!

00:18:38: Wenn ich recht informiert bin, habt ihr auch ein Buch geschrieben oder?

00:18:42: Wir sind gerade dabei, genau diese Themen und diese Diskussionen.

00:18:47: Wir legen das gerade ein bisschen in Briefform an, weil die Diskussionen so spannend sind mit dem Roman. Der kommt aus einer ganz anderen Welt und trotzdem so ähnlich zu dem, was wir verteidigen.

00:18:59: Das ist einfach spannend und muss niedergeschrieben werden.

00:19:03: Aber auch da: Wenn nicht die ganze Zeit irgendwelche Ransomware-Gruppen unsere Kunden angreifen würden, dann hätte ich mehr Zeit und könnte mich dem mehr widmen.

00:19:10: Es wird sicherlich auch noch mehr auf den Weg dahin passieren das heißt es kann eigentlich immer nur noch aktueller werden.

00:19:15: Ich hatte diesen Einblick in diese Schachparallelen noch nie.

00:19:18: Ich fand das sehr spannend. Und zum Abschluss würde ich dich deswegen fragen: Wenn ein Unternehmen nach diesem Gespräch – oder meinetwegen auch nach dem Vortrag, den es heute von dir gehört hat;

00:19:27: Der Raum war ja sehr voll!

00:19:29: nur eine Sache anders machen sollte, um, um in der Schachsprache zu bleiben, im nächsten Zug nicht ins Hintertreffen zu geraten –

00:19:37: Was wäre das?

00:19:38: Das ist... Machen Sie eine Übung.

00:19:40: Irgendeine.

00:19:41: Nicht morgen, kein Übungskonzept.

00:19:44: Einfach einen Fall raussuchen aus der Zeitung, diese Woche eine Übung ansetzen, ein paar Leute zusammenrufen und eine Übung

00:19:51: machen.

00:19:51: Super.

00:19:52: Vielen Dank, Florian.

00:19:52: Ich danke dir für das Gespräch!

00:19:53: Danke.